Wir haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Bevor wir sagen, was uns das bedeutet, sagen wir, was es nicht ist: keine Zertifizierung, kein Audit, kein Gütesiegel. Die Charta wird nicht geprüft. Sie ist eine Selbstverpflichtung - eine Zusage, keine Bestätigung.
Das gehört an den Anfang, weil ein Siegel im Footer leicht nach mehr aussieht, als es ist.
Was die Charta ist
Die Charta der Vielfalt ist eine Arbeitgebendeninitiative, 2006 gestartet und seit 2010 als eingetragener Verein in Berlin organisiert. Zu den Gründerinnen zählten BP Europa, Daimler, Deutsche Bank und Deutsche Telekom. Nach Angaben des Vereins haben über 6.800 Organisationen mit mehr als 14,7 Millionen Beschäftigten unterzeichnet (Stand: September 2026).
Sie benennt sieben Dimensionen von Vielfalt: Alter, Migrationsgeschichte und Nationalität, Geschlecht und geschlechtliche Identität, körperliche und geistige Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung sowie soziale Herkunft.
Das geht über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hinaus: Soziale Herkunft ist dort kein geschütztes Merkmal.
Wozu man sich verpflichtet
Der Text der Charta nennt sechs Punkte. Zur Umsetzung verpflichten sich Unterzeichnende, eine von Respekt und Wertschätzung geprägte Organisationskultur zu pflegen, ihre Personalprozesse zu überprüfen, Vielfalt als Potenzial anzuerkennen, die Inhalte zum Thema des internen und externen Dialogs zu machen, die Belegschaft einzubeziehen - und:
über unsere Aktivitäten und den Fortschritt bei der Förderung der Vielfalt und Wertschätzung jährlich öffentlich Auskunft geben.
Dieser fünfte Punkt ist der einzige mit einer nachprüfbaren Verpflichtung. Diese Seite ist unser Weg, ihn einzulösen.
Was Vielfalt bei uns konkret bedeutet
Wir sind ein Unternehmen mit Standorten in Sankt Georgen im Schwarzwald und in Douala, Kamerun. Zusammenarbeit über zwei Kontinente hinweg ist bei uns kein Programm, sondern die tägliche Arbeitsform.
Ein Team, zwei Kontinente
Das Team verteilt sich etwa zur Hälfte auf beide Standorte. Douala ist kein verlängerter Arm für ausgelagerte Aufgaben, sondern der Ort, an dem ein großer Teil der Entwicklung stattfindet - mit derselben Verantwortung für Architektur und Auslieferung wie in Deutschland.
Praktisch heißt das: Wir arbeiten auf Deutsch, Englisch und Französisch, und die Zeitzonen liegen nur eine Stunde auseinander. Der zweite Punkt wird unterschätzt. Verteilte Teams scheitern selten an der Entfernung und oft daran, dass niemand gemeinsam am Problem sitzen kann. Bei uns überschneidet sich der Arbeitstag fast vollständig.
Wie wir einstellen
Wir stellen nach dem ein, was jemand bauen kann. Was dabei ausdrücklich keine Rolle spielt: an welcher Hochschule jemand war, ob überhaupt, und aus welchem Elternhaus jemand kommt. Für unsere Arbeit ist das keine Auskunft über Fähigkeit - für die Charta ist es die Dimension „soziale Herkunft”, die das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht kennt.
Ausbildung und Nachwuchs
Der wirksamste Beitrag zu Vielfalt liegt vor der Bewerbung. Wer nie die Gelegenheit hatte, Software zu bauen, bewirbt sich nicht - unabhängig davon, wie offen eine Stellenausschreibung formuliert ist.
Deshalb bilden wir in Douala aus und geben Berufseinsteigerinnen und -einsteigern Projekte mit echter Verantwortung. Und deshalb gibt es SUKU, unsere Lernplattform für naturwissenschaftliche Schülerinnen und Schüler in Kamerun.
Deutscher Diversity-Tag
Der Verein richtet seit 2012 den Deutschen Diversity-Tag aus, jährlich an einem Dienstag im Mai. Der 14. Diversity-Tag fand am 19. Mai 2026 statt, unter dem Motto „Wenn Vielfalt gewinnt, gewinnen wir alle”.
Was das kostet
Die Unterzeichnung ist nicht kostenlos. Wir nennen das, weil eine Selbstverpflichtung, für die man zahlt, offen benannt gehört.

